Projektrettung
Delivery-System eines B2B-SaaS-Anbieters neu aufgebaut: 220 Tsd. € Umsatzverlust pro Monat aufgedeckt
- 220 Tsd. €/Monat
- sichtbarer Umsatzverlust aufgedeckt
- >90 %
- der User Stories hatten keinen Bezug zu einer Business Capability
- 100 %
- des Backlogs nach dem Umbau auf Geschäftsergebnisse zurückführbar
Fallakte
- Branche
- B2B-SaaS, Produkt mit vielen Integrationen
- Region
- Europa
- Leistung
- Projektrettung / Engineering Operating System
- Team
- Wayne ArendseLeiter Delivery & TransformationYurii KotulaCEO & Leiter Engineering
- Systeme
- Jira, von Grund auf neu strukturiert
Über den Kunden
Ein europäischer B2B-Softwarehersteller mit einem Produkt, das von vielen Integrationen lebt, und einer langfristigen kommerziellen Roadmap.
Intelvision war bereits mehr als drei Jahre als fest eingebundener Engineering-Partner tätig, bevor es dieses Audit anstieß. Der Kunde hatte das Audit nicht angefragt. Die Delivery-Daten schon.
Das geschäftliche Problem
Die Entwicklung hatte sich unbemerkt von den Geschäftsergebnissen gelöst. Tickets wurden erledigt, Releases gingen raus, aber welchen Wert die Arbeit hatte, war nicht mehr klar.
Ideen wurden nicht systematisch erfasst. Es wurde mehr angefangen als abgeschlossen, der Work in Progress wuchs, und über Systemverfügbarkeit und fehlgeschlagene Integrationen gab es nur wenig Transparenz. Es gab immer wieder Nacharbeit.
Was auf dem Spiel stand
- Rund 220.000 € pro Monat an sichtbaren finanziellen Verlusten durch potenziell entgangenen Umsatz.
- Rund 315.000 € Umsatz pro Monat, der potenziell gefährdet war.
- Bis zu 400.000 $ pro Jahr an Kosten durch mangelnde Qualität, das entspricht rund 10 % des gefährdeten Jahresumsatzes.
Was nicht funktionierte
- Über 90 % der User Stories hatten keinen Bezug zu irgendeiner Business Capability
- Ideen und Opportunities wurden nicht systematisch erfasst
- Mehr angefangen als abgeschlossen: Der Work in Progress lief aus dem Ruder
- Wenig Transparenz über Systemverfügbarkeit und fehlgeschlagene Integrationen
- Ständige Nacharbeit band Kapazität im Engineering
Vorgehen bei der Diagnose
Die Intervention setzte auf drei Ebenen gleichzeitig an, denn das Leck saß nie nur an einer Stelle.
Strategie
Wozu dient die Arbeit?
Die Produktrichtung wurde ausformuliert, die Business Capabilities wurden kartiert und die kommerziellen Prioritäten festgelegt.
- Produktrichtung ausformuliert
- Business Capabilities kartiert
- Kommerzielle Prioritäten festgelegt
Abläufe
Wie wird aus Arbeit Wert?
Die Prioritäten wurden in Epics, Features und Release-Pläne übersetzt, die jeweils an Capabilities hängen.
- Prioritäten in Epics und Features übersetzt
- Release-Pläne an Capabilities gekoppelt
- Zyklus von Sprint bis Release auf das Abschließen ausgerichtet
Technologie
Zeigt das System, wie es wirklich steht?
Das Delivery-System wurde so umgebaut, dass sich jede Story auf Features, Capabilities und Geschäftsziele zurückführen lässt.
- Lückenlose Nachverfolgbarkeit durchgesetzt
- Delivery-Daten sichtbar gemacht
- Qualität und Verfügbarkeit messbar gemacht
Was sich geändert hat
Das Delivery-System wurde für lückenlose Nachverfolgbarkeit neu aufgebaut
Jira wurde zu einem durchgängigen Delivery-System für das Produkt umgebaut, mit einer strengen Hierarchie: Ideen → Opportunities → Business Capabilities → Features → User Stories → Sprints → Releases. Jede User Story muss sich jetzt nach oben bis zu einer Capability und einem Geschäftsziel zurückführen lassen.
Investitionsentscheidungen fallen jetzt vor der Arbeit
Seit sich jedes Backlog-Item auf eine Capability, eine Priorität der Roadmap, einen Kundenbedarf und ein kommerzielles Ergebnis zurückführen lässt, kann das Management Investitionen bewerten, bevor die Arbeit beginnt, und nicht erst, wenn sie ausgeliefert ist.
Kennzahlen für die Steuerung eingeführt
Drei Kennzahlen steuern jetzt das System: First-Time Yield, Systemverfügbarkeit und Transparenz sowie Work in Progress.
Entscheidungen
Nachverfolgbarkeit als feste Regel
Keine User Story kommt in einen Sprint ohne übergeordnetes Feature, ohne Capability und ohne Geschäftsziel. Keine Richtlinie, sondern ein Gate.
Abschließen vor Anfangen
Der Zyklus von Sprint bis Release wurde darauf ausgerichtet, Arbeit fertigzustellen. Der Work in Progress wird dabei bewusst gesteuert.
Kennzahlen, die aufdecken statt schmücken
First-Time Yield, Systemverfügbarkeit und WIP wurden gewählt, weil jede dieser Kennzahlen eine bestimmte Art von Fehler sichtbar macht.
Ergebnisse
| Kennzahl | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Nachverfolgbarkeit von Story zu Capability | <10 % verknüpft | 100 % nachverfolgbar |
| Umsatzverlust | ~220 Tsd. € pro Monat sichtbarer Verlust | Erkannt, beziffert und auf Systemebene angegangen |
| Investitionsentscheidungen | Bewertet nach der Auslieferung, wenn überhaupt | Bewertbar, bevor die Arbeit beginnt |
| Kennzahlen für die Steuerung | Aktivitäts-Reporting | First-Time Yield, Systemverfügbarkeit, WIP |

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