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Die 4 wichtigsten Vorteile verteilter Entwicklungsteams: Leitfaden für Unternehmer

Mit KI zusammenfassen

Die Frage wird gerade heiß diskutiert: Arbeiten verteilte Entwicklungsteams genauso effizient und wirksam wie Teams, die an einem Ort sitzen? Wir bei Intelvision sind überzeugte Befürworter verteilter Teams. In diesem Artikel zeigen wir, warum so viele Unternehmen weltweit lieber mit verteilten Entwicklungsteams arbeiten und die Entwicklung an ein Remote-Team abgeben.

Was ist verteilte Softwareentwicklung?

Bei verteilter Softwareentwicklung planen, entwerfen, bauen, testen, implementieren und betreuen mehrere Remote-Teams gemeinsam eine Software. Die Teams sitzen an verschiedenen Standorten, oft in unterschiedlichen Ländern oder sogar auf anderen Kontinenten. Das ist allerdings etwas ganz anderes als reine Remote-Arbeit. Dropbox bringt den Unterschied in seinem Unternehmensblog auf den Punkt:

„Remote-Arbeit ist eine Disziplin für den einzelnen Mitarbeiter,

verteilte Arbeit dagegen eine Disziplin für die gesamte Organisation.“

Unternehmen, die auf verteilte Entwicklung setzen, lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

  • Teilweise verteilt: Diese Unternehmen haben Entwickler vor Ort und zusätzlich fest zugeordnete Remote-Mitarbeiter. Beispiele sind Trello, GitHub, Dell und einzelne Bereiche von Microsoft.
  • Vollständig verteilte Unternehmen haben sich entschieden, komplett remote zu arbeiten. Zu den Firmen mit diesem Modell gehören Automattic, Zapier, Articulate und GitLab.

Entwicklungsteams im Vergleich: klassisch, remote oder verteilt

Sobald mindestens zwei Fachleute gemeinsam auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten, kann man von einem Team sprechen. Ein Remote-Team zu führen wirkt komplizierter, ganz gleich, wie viele Mitglieder es hat. Die Vorteile von Remote-Teams sind den Aufwand aber wert.

Ein klassisches Team ist eine Gruppe von Menschen, die an einen festen Ort kommen, sich persönlich austauschen und ihre Arbeit vor Ort organisieren. Auch in Remote-Teams arbeiten die Menschen zusammen und wollen gemeinsam die Geschäftsziele erreichen. Der entscheidende Unterschied: Remote-Entwickler begegnen sich unter Umständen nie persönlich. Von wo aus sie arbeiten, ist ihnen freigestellt.

Ein verteiltes Softwareentwicklungsteam fällt weitgehend unter die Definition eines Remote-Teams. Trotzdem gibt es bei verteilter Entwicklung einige besondere Unterschiede. Egal wie viele Standorte und Mitarbeiter beteiligt sind: Ein verteiltes Entwicklungsteam wird als feste Einheit für ein einziges Projekt zusammengestellt. Die Fachleute nutzen bestimmte Kommunikationskanäle, damit sich niemand isoliert fühlt und das Team nicht auseinanderfällt.

Die wichtigsten Vorteile verteilter Softwareentwicklung

Bevor Sie über den Umstieg auf verteilte Teams nachdenken, sollten Sie die Vor- und Nachteile dieses Modells abwägen.

Zugang zu einem vielfältigen Talentpool

Statistiken zufolge herrscht auf dem Technologiemarkt schon heute ein gravierender Mangel an IT-Fachkräften. Unternehmen, die sich gegen Remote-Arbeit und verteilte Entwicklungsteams sperren, werden es noch schwerer haben, Talente zu gewinnen.

Mit verteilter Softwareentwicklung haben Sie Zugriff auf einen weltweiten Talentpool und wählen genau die Fachleute aus, die Sie brauchen. Außerdem holen Sie verschiedene Kulturen ins Team. Das hilft Ihnen, neue Ideen aufzugreifen und umzusetzen. Ein Forschungsunternehmen in Großbritannien hat festgestellt, dass vielfältig besetzte Remote-Teams um 60 % bessere Entscheidungen treffen und dass vielfältige Unternehmen mit 35 % höherer Wahrscheinlichkeit mehr Gewinn machen als ihre Wettbewerber.

Kosteneffizienz

Mit verteilten Entwicklungsteams sparen Sie erheblich. Ohne Büroflächen fallen Miete und Bürokosten weg. Ein durchschnittliches US-Unternehmen spart zum Beispiel allein bei der Miete jährlich über 10.000 $ pro Remote-Mitarbeiter.

Genauso wichtig: Was Fachkräfte kosten, unterscheidet sich von Land zu Land erheblich. In den USA verdienen Softwareentwickler derzeit am meisten, im Schnitt rund 100.000 $ im Jahr. Gleichzeitig stehen osteuropäische Länder wie die Ukraine, Rumänien und Polen auf der Liste der Länder mit den besten Programmierern. Dort liegt das durchschnittliche Jahresgehalt von Entwicklern bei 35.000 $.

Höhere Produktivität

Wenn Sie Ihr verteiltes Team mit Experten aus aller Welt besetzen, steigt ohne Frage die Produktivität insgesamt. Eine Studie der Stanford University zeigt außerdem, dass Remote-Mitarbeiter genauso effizient oder sogar effizienter arbeiten als Kollegen vor Ort.

Höhere Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit

Laut Studien von PGI haben 82 % der Remote-Mitarbeiter deutlich weniger Stress als Kollegen, die ständig oder regelmäßig im Büro arbeiten. Das stärkt die Mitarbeiterbindung und steigert die Produktivität.

Fallstricke und Herausforderungen verteilter Entwicklung

Trotz aller Vorteile verteilter Teams kann dieser agile Entwicklungsansatz dem Auftraggeber auch Probleme bereiten. Damit das nicht passiert, haben wir die wichtigsten Herausforderungen zusammengefasst, die Sie bedenken sollten, bevor Sie Software mit verteilten Teams entwickeln lassen.

Kommunikation

Remote-Arbeit macht die Kommunikation im Entwicklungsteam sicher nicht leichter. Zu viel Kommunikation schadet aber genauso. Von 200 Top-Führungskräften, die Harvard Business Review befragt hat, gaben nur 34 an, dass ihre Meetings effektiv seien.

Wichtig ist das richtige Maß, damit das Tempo der verteilten Entwicklung und die Qualität der Software stimmen. Die Plattform für digitale Werbung Polar hat dazu ein Experiment gemacht: Das Team strich alle Meetings an Dienstagen und Donnerstagen. Nach einigen Wochen gaben 72 % der Mitarbeiter an, produktiver geworden zu sein, und 100 % befürworteten den Verzicht auf die Meetings.

Die Erfahrung von Polar zeigt: Sie und Ihr Team lernen, mit weniger Treffen, Briefings und Calls auszukommen. Eine solche Grenze hilft Ihnen zu erkennen, welche Meetings Sie wirklich brauchen. Sie können Formate neu denken und auf manche Termine ganz verzichten.

Transparenz und Kontrolle

Alle verteilten Teams müssen wissen, woran die anderen arbeiten, und immer auf dem aktuellen Stand sein. Diese Transparenz und den Überblick über alle Abläufe herzustellen, ist nicht einfach. Es ist aber nötig, damit global verteilte Teams wirklich effizient arbeiten.

Viele Manager messen die Effektivität eines verteilten Entwicklungsteams an den Arbeitsstunden am Computer und führen dafür Zeiterfassungstools ein. Ein solches Tool zeigt dem Projektmanager, wie produktiv seine Mitarbeiter sind und welche Prioritäten er bei den laufenden Aufgaben setzen sollte. Seien Sie damit aber vorsichtig: Wer sich auf Zeiterfassung fixiert, schafft schnell eine toxische Kultur und lästiges Mikromanagement, das die Zusammenarbeit im verteilten Team zerstört.

Unternehmen wie Amazon, Enron, UnitedHealth Group und Crossover haben es mit dem Wunsch, alles zu überwachen, eindeutig übertrieben und sind in die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter eingedrungen. Bei UnitedHealth Group zum Beispiel kann sich geringe Tastaturaktivität auf Vergütung und Boni auswirken.

Beim berüchtigten Konzern Enron fotografierten Kameras alle 10 Minuten der Arbeitszeit die Gesichter der Mitarbeiter und ihre Bildschirme. Wann genau, ließ sich nicht vorhersagen! War jemand nicht am Platz, kostete ihn das 10 Minuten seines Monatsgehalts.

Immer mehr Beschäftigte haben mit Zeiterfassung zu tun, und die Reaktionen sind alles andere als positiv. Auf TikTok gibt es sogar Videos, die zeigen, wie man Tracking-Systeme austrickst, etwa mit einem „Mouse Paddle“, einem Gerät, das Aktivität vortäuscht.

Unternehmenskultur und Werte

Ziele, Werte und Kommunikationsstil eines Unternehmens lassen sich viel leichter vermitteln, wenn alle im selben Büro sitzen. Bei jeder Form der Remote-Zusammenarbeit ist das schwierig. Leicht zugängliche Dokumentation und regelmäßige Gespräche über die Unternehmenswerte können helfen.

Best Practices für verteilte Entwicklungsteams

Eine Studie von MIT Sloan Management kam zu dem Ergebnis, dass verteilte Teams mehr leisten können als Teams an einem gemeinsamen Standort. Damit das gelingt, muss die virtuelle Zusammenarbeit aber auf bestimmte Weise geführt werden. Hier sind die wichtigsten Strategien.

Regelmäßige Team-Meetings einführen

Kommunikationsexperten in den USA haben berechnet, dass Loyalität und Zufriedenheit der Mitarbeiter zu 90 % von der Qualität der internen Kommunikation abhängen. Die Society of Human Resource Management fand heraus, dass US-Unternehmen mit 100 Mitarbeitern durch schlechte Kommunikation jährlich 420.000 $ verlieren. Bei Unternehmen mit 100.000 Mitarbeitern sind es rund 62,4 Mio. $ pro Jahr. Manager und Führungskräfte sollten deshalb regelmäßige Team-Meetings ansetzen und auch persönliche Einzelgespräche mit den Mitgliedern des verteilten Teams führen. Beides ist entscheidend für den Projekterfolg.

Onboarding und Schulungen persönlich per Video durchführen

Ein freundliches Team ohne toxische Kultur und klare Onboarding-Unterlagen sind der beste Weg, neue Leute ins Projekt zu holen. Gestalten Sie das Onboarding so angenehm und reibungslos wie möglich. Neue Teammitglieder können am ersten Arbeitstag zum Beispiel zwei Präsentationen erhalten:

  1. Über das Unternehmen: Mission, Ziele und Informationen zu jeder Abteilung. So wird klar, wer im Team wofür zuständig ist.
  2. Über den ersten Arbeitstag: Wo man Zugänge beantragt, wie man Dokumente richtig unterschreibt (falls nötig), wie man in den Arbeitskalender kommt und so weiter. So weiß die neue Person, was an diesem Tag zu tun ist.

Laut Glassdoor steigern Unternehmen mit einem festen Onboarding-Prozess die Produktivität neuer Teammitglieder um mehr als 70 %. Die gute Nachricht: Schulungen und Onboarding lassen sich ohne Weiteres remote durchführen. Die Beratungsfirma Deloitte hat 2018 zum Beispiel eine App für neue Analysten eingeführt. Das Online-Spiel dreht sich um eine Zombie-Apokalypse, die Inhalte sind in Module aufgeteilt. Am Ende jedes Moduls erhalten Einsteiger einen Code, mit dem sie das folgende Level freischalten. Die App trainiert Fähigkeiten in Beratung und Softwareentwicklung.

Digitale Tools für Zusammenarbeit, Messung und Steuerung nutzen

Wirklich erfolgreiche verteilte Entwicklungsteams setzen auf Tools für die Zusammenarbeit: zuverlässige Messenger, eine Zeiterfassung (optional), eine Plattform für Videokommunikation und mehr. Mit der Projektsoftware Asana zum Beispiel planen Sie Ziele und Aufgaben, verteilen sie an Teammitglieder und verfolgen den Fortschritt. Notion soll nach dem Willen seiner Entwickler Wissensdatenbanken, Dokumentenverwaltung, Kanban-Boards, Planer, Datenbanken und andere Werkzeuge für effizientes Management ersetzen. Notion bündelt die Funktionen von einem Dutzend Anwendungen auf einer einzigen Plattform.

Die richtigen KPIs für das verteilte Team festlegen

Legen Sie gemeinsame Ziele fest, damit Sie erreichte Meilensteine der Entwicklung verfolgen und feiern können. Messen Sie die Leistung mit Kennzahlen, die zeigen, ob Ihre verteilten Entwicklungsteams die geschäftlichen Anforderungen erfüllen.

Verteilte Entwicklung: Was ist dieses Jahr zu erwarten?

Laut Statista soll der Umsatz im IT-Outsourcing 2023 weltweit 430,50 Mrd. US$ erreichen, in Europa 138,20 Mrd. $.

Bei Startups ist mit einem Anstieg des Outsourcings in der Softwareentwicklung um 70 % zu rechnen. Verteilte Entwicklungsteams werden in diesem Bereich also so gefragt sein wie nie zuvor.

Was auch immer Sie in der Softwareentwicklung brauchen: Wir bei Intelvision bringen unsere Erfahrung aus abgeschlossenen Projekten für Unternehmen jeder Größe ein und entwickeln genau das, was in Ihrem konkreten Fall zum Erfolg führt. Wenn Sie Unterstützung beim Aufbau und bei der Führung verteilter Teams brauchen oder Fragen zu diesem Thema haben, buchen Sie gern eine Beratung! Wir bieten Software-Outsourcing für Kunden auf der ganzen Welt.

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